Montag, 10. Januar 2022

Neogotik im Zerfall - Ruine Schloss Thierbach


Thierbach ist ein Ortsteil der Stadt Kitzscher im Landkreis Leipzig in Sachsen. Und Thierbach hat ein Schloss. Oder besser sollte man sagen: hatte ein Schloss. Denn vom Schloss Thierbach ist nur noch eine Ruine übrig, welche stetig weiter zusammenfällt.

Eigentlich ist es traurig, dass dieses einstmals wunderschöne Gebäude so verfällt und sich vermutlich auch niemand wirklich zuständig fühlt. Vielleicht ist aber auch gar nichts mehr zu retten... wie bei dem toten Teddy, der neben dem Eingang des Schlosses wohl schon längere Zeit liegt.


Das einst pompöse Schloss fristet seit mehreren Jahren seinem Dasein als Ruine. Aber auf dem Gelände gab es auch glanzvollere Zeiten. Einst - seit 1471 - war dort der Herrensitz der Familie Kitzscher. Im Jahre 1548 wurde es zum Rittergut aufgewertet. 1888 wurde es von der Familie Auenmüller, welche in unmittelbarer Nähe das Schloss Thierbach im neogotischen Stil nebst englischem Park errichten ließ, übernommen. Familie Auenmüller war auch der bislang letzte private Besitzer.

Die Aktiengesellschaft Sächsische Werke (Kohlebranche) übernahm es 1941 und richtete dort Unterkünfte ein. 1945 wurde das Rittergut im Rahmen der Bodenreform enteignet, das Schloss blieb jedoch im Besitz der Aktiengesellschaft und diente fortan der Unterkunft vom Umsiedlern.

Um die Jahrtausendwende kaufte es ein Herr Rade, welcher wohl auch als Republikaner, Waffenhändler und Wehrsport-Gruppen-Veteran von sich Reden machte. Seitdem verfällt es. Anfang 2020 gab es wohl noch einmal Bemühungen, das Gebäude und den Garten zu retten. Allerdings ist davon bis heute nichts zu sehen und das Unterfangen auch nur schwer vorstellbar.






 

 




 




Auf dem Gelände des ehemaligen Rittergutes befinden sich noch weitere größere Gebäude, welche ebenfalls Ruinen sind. Auch 3 Garagen sind noch vorhanden - ebenfalls unnutzbar.




Das Schloss ist derart baufällig, dass man eigentlich jederzeit mit einem weiteren Einsturz rechnen muss. Das Dach und sämtliche Geschossdecken sind bereits runtergekommen. Der Keller ist noch stabil.



 

 



 





 

 


Die Vermüllung schreitet scheinbar im Takt mit dem Verfall voran. Die sonst oft in Ruinen anzutreffenden künstlerisch wertvollen Graffiti fehlen. Bleibt abzuwarten, welches Schicksal das Schloss noch ereilen wird.




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