Freitag, 17. September 2021

Campione d'Italia - italienische Exklave in der Schweiz

Ein kleines Stück Italien umschlossen von Schweizer Staatsgebiet - die Exklave Camptione d'Italia. Sie liegt zwar nur etwa einen halbe Kilometer von der italienischen Landesgrenze entfernt, wird dennoch vom Schweizer Gebiet umschlossen.

Küste von Campione d'Italia

Mit einer Seite grenzt Campione d'Italia an den Luganer See und ist somit traumhaft schön gelegen. Die kleine Exklave misst nichtmal einen ganzen Quadratkilometer auf dem Land und noch etwas weniger an Seefläche - es lohnt sich aber sehr, hier vorbeizuschauen.

Blick auf den Luganer See

Historisches am Ufer

Seit dem Jahre 777 hat Campione diese Sonderstatus außerhalb Italiens, welcher bis heute Bestand hat.

Der Torbogen am Ortseingang geht stammt aus Mussolinis Zeiten, in denen selbiger auch den Zusatz "d'Italia" an den Ortsnamen hängen ließ, um zu verdeutlichen, dass es sich hier um italienisches Gebiet handelt.

Torborgen am Ortseingang

Ein markantes Gebäude ist das ehemalige Casino. Da sind aber die besten Zeiten vorbei und es brach als wichtige Einnahmequelle weg. Dies führte wiederum zur Verschulung Campiones gegenüber der Schweiz, welche Dienstleistungen wie z. B. die Müllabfuhr übernahm. Hier musste Ende 2019 die italienische Regierung mit einem Notkredit einspringen, um Schweizer Dienstleistungen weiterhin sicherzustellen. Zur gleichen Zeit verbot die Schweiz die weitere Nutzung von deren Kfz-Kennzeichen, so dass die Bürger Campiones ihre Autos auf Italienische Nummernschilder ummelden mussten.

geschlossenes Casino

Stellt das Auto ab und begebt Euch zu Fuß durch den Ort. Gerade am Ufer gibt es wunderschöne historische Plätze zu entdecken. Ich empfehle eine Runde am Wasser entlang und durch den Ortskern zurück - so bekommt man einen Eindruck vom Zustand dieser Exklave.



Parken: kann man auf einem relativ zentralen Parkplatz. (Google Maps).

Grenzkontrollen: gibt es nicht. Campione gehört erst seit 2020 zum Zollgebiet der EU.

Gastro: ist vorhanden - gerade am Wasser wird man fündig.


Leider haben die Bewohner da nicht sooo unrecht - die besten Zeiten sind wahrlich vorbei.
Aber anschauen lohnt wirklich trotzdem!


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