Freitag, 31. Juli 2020

SPAHNisches Roulette - formelle Reisewarnung mitten in der Ferienzeit

Wer meinen Blog regelmäßig liest, weiss dass wir seit 19.7. an der spanischen Südküste unterwegs sind. Herr Spahn hats möglich gemacht mit Verhandlungen in der EU und Öffnung der Grenzen. Was er damit für Tausende Touristen unmöglich machte: eine kostenfreie Stornierung von Reisen.

Dass die Coronazahlen nun mitten in den Ferien steigen hatte keiner auf dem Schirm. Hotspots gab es und wird es immer wieder geben. Nur der Umgang damit ist höchst unterschiedlich. Und da liegt das Problem. 

Über 1500 Infizierte Ende Juni in NRW im Zusammenhang mit einem Ausbruch in einem Betrieb. Die Leute aus dem Landkreis werden in vielen deutschen Bundesländern als Touristen abgewiesen. Sie können aber problemlos in den Flieger steigen und z. B. nach Spanien fliegen.

Spanien Ende Juli: die Corona-Fälle steigen. Gründe sind Ähnliche wie in Deutschland - dort steigen die Zahlen auch wieder grad an, aber nicht so stark wie in Spanien. Deutschland gibt eine Empfehlung ab, in 3 Regionen (Aragon, Navarra, Katalonien) nicht zu reisen. Daraus wird am 31.7. eine formelle Reisewarnung auf Grundlage der Empfehlung des RKI.

Und plötzlich befinden sich tausende deutsche Touristen im Risikogebiet, ohne überhaupt in einer der wirklich stark betroffenen Gemeinden zu sein. Und ohne in ein Risikogebiet gereist zu sein.

Hier wird mit zweierlei Maß gemessen und ganze Regionen pauschal als Risikogebiet eingestuft. Katalonien z. B. ist flächenmäßig so gross wie NRW. Und selbst die spanische Regierung und die katalonische Verwaltung differenzieren bei den Beschränkungen nach Gemeinden. Die kennen sich eben gut aus.

Man hätte hier auch in Deutschland mit mehr Augenmaß entscheiden sollen. Der Tourismus in Spanien und die daran beteiligten deutschen Unternehmen haben so schon zu kämpfen, der deutsche Staat viel Geld zugeschossen, welches er grad wieder vernichtet. Es scheint, dass Deutschland immer noch keine klare Linie gehen kann und die Angst das Hirn beschränkt.

Nun werden auch wir im August aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreisen. Auch wenn unser nächster Stopp nur 14 km nach der Valencianischen Grenze in Katalonien liegt und wenige Fallzahlen aufweist... Deutschland hat Risikogebiet angeordnet. Und dabei gibt es in Regionen in Bayern z. B. grad mehr Fälle als an unserer nächsten Station.

Nun hab ich tatsächlich kurz überlegt, die nächsten beiden Stationen in Katalonien zu ändern. Würde aber an unserer Situation nix ändern. Schon die Tatsache, dass wir ab Barcelona zurückfliegen, bringt mit sich dass wir aus einem Risikogebiet einreisen. Wir können auch den Flug nicht umbuchen, da wir schlicht den Mietwagen in Barcelona zurückgeben müssen.

Also: ziehen wir unsere Route durch und freuen uns auf ein leeres Katalonien.

Und der ganze SPAHNsinn der Bundesregierung bringt noch einen Vorteil: wir bekommen unsere Test kostenfrei! Den Zwerg hätten wir vermutlich eh testen lassen, da er nach unserer Reise noch 2x mit den Grosseltern in Deutschland und Norwegen unterwegs sein wird. Da wäre uns eh wichtig gewesen, dass es keinen Stress wegen der Spanientour gibt.

Fazit: Wir genießen unseren Urlaub im touristenarmen Spanien, freuen uns über die besseren Hygienestandards hier, geben auf uns Acht und bekommen jetzt sogar Corona-Tests bei Einreise von Spanien nach SPAHNien. Also alles Prima! 😂






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