Mittwoch, 12. August 2020

Reiserückkehrer - Ursprung neuen Übels? Eben nicht!

Die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland steigt - seit einigen Tagen - genau wie in anderen Ländern der EU auch. Doch nun passiert in Medien und sozialen Netzwerken etwas, was es bei der ersten Welle nicht so gab: Es wird nämlich die Frage gestellt, woher das Virus denn nun wohl schon wieder "eingeschleppt" wurde. Schnell besinnt man sich auf die europäische Reisefreiheit und der Schuldige ist fast gefunden... Aber so einfach isses nich! Schaut man sich den Lagebericht des RKI von gestern unter


auf Seite 12 an (er bezieht sich auf die letzten 4 Wochen), so stellt man sehr schnell fest, dass die meisten Infektion innerdeutschen Ursprung haben - nämlich 71 % von den insgesamt erfassten 12.120 Infektionen. Aus dem Ausland kommen die meisten Infektionen aus:

- Kosovo mit 9 %
- Türkei mit 4 %
- Kroatien mit 2 %

Spanien - das Land in dem ich bis Samstag urlaubte, liegt auf Platz 10 mit 0,88 %!

Aber mal zu den Spitzenreitern:

Deutschland (NICHT-Risikogebiet): Da sind ja die Hotspots bekannt und die gibt es überall in der EU - Erntehelfer, Diskotheken, Pflege- und Behindertenheime. Was in Deutschland nicht erfasst wird, sind die innerdeutschen Urlauber - die haben nämlich einfach keinen Anspruch auf einen Test. Man wird oder will also nicht feststellen, ob sich der Deutsche im eigenen Land im Urlaub angesteckt hat.

Kosovo (Risikogebiet): Eher unwahrscheinlich, dass hier die deutsche Durchschnittsfamilie ihren Urlaub verbringt... könnte schon am fehlenden Strand liegen. Dennoch gibt es wohl genügend Menschen, die dort ihre Jahresfreizeit abhalten und uns nicht zu knapp mit dem Virus versorgen - 9 % ist schon ne Hausnummer - zumal aus nem nicht klassischen Urlaubsland. Interessant!

Türkei (Risikogebiet): Da machen sicherlich viele Menschen aus unserem Land - wie auch schon die Jahre zuvor ihren Urlaub - auch trotz Corona und trotz dessen, dass dieses Land von Anfang an auf der Liste der Risikoländer beim RKI steht. Nur hat der Deutsche Staat vor ein paar Tagen die Reisewarnung für einige Regionen in der Türkei zurückgenommen - ganz entgegen allen anderen Entscheidungen, wo man der Empfehlung des RKI folgte... Im Falle Türkei folgte man anderen Dingen, welche sich mir noch nicht erschlossen haben. Hier wären die 4 % für mich also tatsächlich nachvollziehbar in Bezug auf Urlaub mit Familie in der Ferienzeit.

Kroatien (NICHT-Risikogebiet): Es deutete sich ja schon vor Tagen an, dass von dort evtl. einiges an Virenlast nach Deutschland transportiert wurde. Nunja, da es kein vom RKI ausgewiesenes Risikogebiet ist, ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Menschen die schöne Adria für ihren Urlaub aufgesucht haben.

Wir sehen, es gibt eine Durchmischung von Risikogebieten und NICHT-Risikogebieten bei den Infektionszahlen. Es ist also gar nicht so klar, dass Alles was eingeschleppt wird, auch aus der verbotenen Zone kommt. Eher im Gegenteil! 

Und genau da haben wir nämlich das Problem, wenn berichtet wird, die Zahlen würden steigen, weil die Leute aus ihren Auslandsurlauben zurückkehren. Anhand der Zahlen des RKI sind solche Schlagzeilen schlichte Stimmungsmache und einfach nicht wahr!

Und nun? Für mich steht fest, dass ein Risikogebiet nicht zwangsläufig ein Gebiet ist, aus dem viele Fälle eingeschleppt werden. Und für mich steht auch fest, dass überall dort, wo es Mobilität gibt - egal ob innerdeutsch oder grenzüberschreitend - sich natürlich auch ein Virus verteilen kann - das schlüpft ja an keiner Landesgrenze ausm Körper und sagt "Och nee lass mal, nach Sachsen will ich aber nicht mit einreisen".

Samstag, 8. August 2020

Coronatest nach Einreise aus Risikogebiet - der SPAHNsinn geht weiter




Nach der Landung empfing uns ja die deutsche Realität am Kofferband... siehe letzter Blogbeitrag. Die Fortsetzung sah so aus, dass ich angepöbelt wurde, weil ich eine Familie bat Abstand zu halten und die Masken richtig aufzusetzen... Kein Sicherheitspersonal, niemand den diese eng gedrängten Menschen aus aller Welt in der stickigen Halle interessieren. Unglaublich!

Als wir unsere Koffer hatten ging die Suche nach der Teststation los. Kein Hinweis im Flughafen, keiner hat uns im Flugzeug was gesagt, kein Personal was die Leute lotste... Nichts! Es interessiert auch hier einfach niemanden, ob sich jemand aus einem Flieger aus Katalonien testen lässt! Wohlgemerkt: seit heute besteht die Pflicht dazu! Und für uns war es selbstverständlich, den Test zu machen. Und ich finds auch richtig... nur hätte man sowas schon vor Wochen anbieten sollen.

Nachdem uns dann auf einem abseits gelegenen Flur ein Wachmann begegnete, konnten wir endlich fragen. Wir hatten zuvor gegoogelt. Aber wenn man sich nicht auskennt, findet mans eben nicht.


Am Testzentrum angekommen: Menschen in einer Schlange, warm, stickig. Beste Bedingungen, noch kurz vorm Test Corona mitzunehmen. Also angestellt. Abstand halten nach vorn und hinten ging. Aber zur Seite schwierig.


Das Testzentrum läuft wie auch das private gegenüber über Centogene. DRK und Bundeswehr scheinen aber hier das Personal zu stellen.

Jedem sei empfohlen, sich bereits vorher auf 
zu registrieren - ist stressfreier als mit einer Hand am Koffer in der Schlange. Mitreisende oder auch Kinder fügt man nach der Erstanmeldung einfach hinzu. Es gibt vor Ort auch Leute vom DRK die bei Problemen helfen. Die machen echt ganz freundlich und geduldig nen tollen Job und sagen die Website wohl mittlerweile nachts im Traum an.

Es hat niemand die von uns angegebenen Daten mit unseren Ausweisen verglichen. Es musste auch das Feld Passnummer nicht ausgefüllt werden. So wär ich auch hier als Brunhilde Musterfrau durchgekommen. Man braucht nur ne Mailadresse, die man auch empfängt.

Es ist auch völlig irrelevant woher man kommt. Es will niemand wissen, ob man aus einem Risikogebiet kommt oder überhaupt verreist war. Man muss nix nachweisen.

Und nichtmal eine Krankenversicherungskarte musste man vorzeigen. Krass irgendwie.

Dafür gings aber auch schnell. Nach genau 50 Minuten waren wir fertig. Ergebnis können wir nach ca. 24 h abrufen. Wir bekommen ne Mail.

Hier nochmal ein Lob und Respekt an die Leute von DRK und Bundeswehr, die diesen SPAHNsinn umsetzen, ertragen und das hilfsbereit und freundlich. Verliert nicht Euren Humor und Eure Motivation!

Wir warten nun mal und morgen um die Zeit sind wir schlauer.


Einreise aus dem Risikogebiet Katalonien - Deutschland setzt auf die Aussteigerkarte

Heut nun ging es zurück nach Deutschland. Unser Flug LH1135 ging von Barcelona nach Frankfurt. Und das qualifizierte uns definitiv, in die Situation der Einreise aus einem Risikoland zu geraten, obwohl wir ja vor 3 Wochen nicht in eins eingereist sind.

Und heute ist auch der erste Tag, an dem bei eben einer solchen Einreise ein Corona-Test verpflichtend ist. Und nochwas ist in diesem Zusammenhang ab heute neu: im Flugzeug ist eine Aussteigerkarte auszufüllen. 

Folgende Daten werden erhoben:

  • Beförderungsunternehmen incl. Liniennummer und Datum

  • Name, Wohnanschrift, Telefon, Mail (Anm.: es wird keine Ausweisnummer verlangt und es steht nirgend dass alle Felder Pflichtfelder sind)

  • Anschrift weiterer beabsichtigter Aufenthaltsorte in den nächsten 14 Tagen

  • Frage nach Symptomen

  • Frage nach bereits durchgeführtem Test

Zur Aussteigerkarte wurde folgendes Merkblatt mit ausgegeben:

Leider war es im Flugzeug nicht möglich, die angeführten Rechtsgrundlagen zu checken und die Infos hinter den QR-Codes zu lesen, da das Internet an Bord defekt war. Auch auf Nachfrage, keine Möglichkeit, online zu gehen.

Auch fehlt mir jeglicher Hinweis zum Thema Datenschutz. Aus dem Merkblatt geht hervor, dass es vom Bundesministerium für Gesundheit kommt und meine Daten wohl der für mich zuständigen Gesundheitsbehörde gemeldet werden. Dazu ist eben die Aussteigerkarte zu nutzen. Na das ist doch Service!

Auf Nachfrage bei der Crew erfuhr ich, dass man auch nicht sagen kann, welchen Weg die Daten konkret nehmen. Man sammelt die Zettel ein, packt sie in einen Umschlag, macht den zu und übergibt ihn einer Lufthansa-internen Stelle. Was danach mit meinen Daten passiert, konnte man mir nicht sagen. Wer wertet sie aus? Bekommen andere Firmen oder Dritte Kenntnis von meinen Daten? Was wird getan, damit sie nicht in falsche Hände geraten?

Es erfolgt beim Einsammeln der Zettel übrigens keinerlei Datenabgleich. D. h. wenn ich mich als Brunhilde Musterfrau ausgebe, merkt niemand dass ich das gar nicht bin. Niemand spürt mich auf. Und ob ein Datenabgleich zwischen Passagierliste und den eingesammelten Zetteln stattfindet, wage ich zu bezweifeln.

Fazit: netter Versuch, aber eben anfällig, unsicher, bürokratisch, antiquiert.  Neuer SPAHNsinn eben!

Bei der Einreise nach Spanien konnte ich ONLINE einen QR-CODE erstellen und habe meine Daten über eine GESICHERTE Verbindung SELBST übermittelt. Und auch die Spanier hatten die Maßnahmen relativ kurzfristig eingeführt.

Ist nun Deutschland ein technoligisches Entwicklungsland, sofern der Auftraggeber der Staat ist? Wissen die da oben nicht wie es geht und was es alles gibt? Vielleicht sollten sie mal mit Leuten reden, die sich auskennen…


So, nun sind wir gelandet. Nach dem Ausstieg kein Hinweis, wo das TestCenter ist… dafür aber ne Raucherlounge… 

Das ist übrigens die Situation am Kofferband:

Es kommen Koffer verschiedener Flieger an einem Band an!



Begleitet von Ansagen zur Maskenpflicht und dass man mind. 1.50 m Abstand zu Anderen halten soll... munter niest jemand ohne Maske in die Menge. Keinen juckts. 


WILLKOMMEN ZURÜCK IN DEUTSCHLAND!



Dienstag, 4. August 2020

Coronatest in Spanien nur mit Rezept - lachhaft wenns kein ernstes Thema wäre

In 4 Tagen wollen wir wieder nach Deutschland einreisen. Dummerweise hat Deutschland mitten in unserem Urlaub entschieden, dass wir nun aus einem Risikogebiet kommen. Ok, kann ja nunmal in der jetzigen Zeit passieren... siehe älteren Blogbeitrag dazu.

Da wir im Umgang mit dem Coronathema schon immer zur verantwortungsvollen Fraktiin gehören, wollte ich gern mit durchgeführtem Test nach Deutschland einreisen. Aber das scheint gar nicht möglich.

Hintergrund: Wir kommen abends zu einer Uhrzeit in FFM an wo kei Zug mehr nach Leipzig fährt. Also müssen in FFM in ein Hotel und am nächsten Tag mit dem Zug weiter. Wir können also der Forderung unserer Regierung, uns direkt nach Hause zu begeben nicht nachkommen.

Dies brachte mich auf die Idee, bereits hier in Spanien den Test zu machen. Also Tourismusbüro der letzten Station angeschrieben und nach Testmöglichkeiten gefragt. Antwort kam schnell. Dann Testinstitut (Echevarne) angeschrieben. Antwort kam auch schnell: wir dürfen hier nur getestet werden, wenn ärztliche Überweisung vorliegt.

Good afternoon,
To do the covid tests in our laboratory, a medical prescription is necessary.
Best regards,

Krankenkasse angeschrieben mit Frage nach Formalitäten, Situation der Übernachtung und Zugfahrt geschildert und um Unterstützung gebeten, um Risiko für andere zu minimieren. Antwort kam binnen Stunden:

...danke, dass Sie sich an uns gewandt haben.
 
Jeder, der aus dem Ausland nach Deutschland einreist, kann sich seit dem 1. August 2020 innerhalb von 72 Stunden kostenlos auf das Coronavirus testen lassen.
Einreisende aus Risikogebieten sollen, laut RKI, in Kürze zum Test verpflichtet werden.
Sachsen, die mit dem Auto oder Zug aus dem Urlaub zurückkommen, können sich am Flughafen, bei Ihrem Hausarzt oder Gesundheitsamt kostenlos testen lassen.

Der Anspruch auf eine Testung umfasst das Gespräch im Zusammenhang mit der Testung sowie die Entnahme von Körpermaterial, die Leistungen der Labordiagnostik und bei Bedarf die Ausstellung eines ärztlichen Zuegnisses über das Vorliegen einer Infektion.

Bitte nutzen Sie die Möglichkeit der kostenlosen Testung in Deutschland.

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Heimreise.

Ernsthaft? Danke für nichts... fällt mir da nur ein. Ok. Dann kann das ja alles gar nicht soo dramatisch sein... angenehme Heimreise also mit Zwischenübernachtung und Zugfahrt quer durch Deutschland ohne Testergebnis. Geht klar - machen wir! Aber wenn wir dann in Sachsen angekommen sind sollen wir möglichst in häusliche Absonderung, obwohl wir zuvor vielleicht schon hunderte Kontakte hatten, da ein Test in Spanien ohne Rezept nicht möglich ist?

Warum drängt sich mir schon wieder der Verdacht auf, dass es ums Geld und nicht ums Virus geht?

Ok. Besorgen wir uns den Test eben erst in Deutschland... Aber mir braucht dann keiner mehr mit Quarantäne oder Kontaktverfolgung kommen. Dafür isses dann wohl im Ernstfall zu spät.

Geniessen wir eben weiter unseren Urlaub und opfern keine Urlaubszeit einem Test. Ist eben nicht gewollt. 

Ach ja... grad gelesen dass Teile der Türkei jetzt kein Risikogebiet mehr sind. Jo... fällt mir nix mehr ein zum Thema Vertrauen und Verantwortung. Gibt bestimmt ganz gesicherte Daten und ist bestimmt alles ganz unpolitisch und Geld spielt da sowieso keine Rolle.  

Fazit:
Es ergibt nicht immer alles Sinn, was Politiker sich ausdenken. War so. Ist so. Bleibt so. Da muss man eben den Anspruch an die Eigenverantwortung anpassen.

Peniscola - klingt komisch, ist aber wunderschön

Auf einer Halbinsel liegt die Altstadt von Peniscola hoch über dem Meer, welches zu einer Seite eine milchig himmelblaue Farbe aufweist. Schon dieser Anblick ist besonders.


Peniscola gehört zur Autonomen Region Valencia und dort zur Provinz Castellon.


Die Alstadt ist gesäumt von den riesigen Mauern der Burg und man muss schon ein paar Treppen laufen. Oben angekommen hat man von vielen Stellen einen schönen Ausblick. Die vielen engen Gassen beherbergen zahlreiche Restaurants und Tapasbars. Hier lässt es sich ne ganze Weile schlendern und in den vielen Lädchen stöbern.


Ausserhalb der Altstadt ist Peniscola eher Standard, aber nicht hässlich.

Geparkt haben wir am alten Hafen. Ca. 3h für 3 Euro. Preise beim Essen sehr unterschiedlich. Tapas gibts in manchen Lokalen ab 3,50 Euro, in anderen ab 10 Euro.

Für einen Drink empfehle ich die Bar (Treppe runter) Entres dos Aguas am alten Hafen. Hier kann man direkt am türkisen milchigen Wasser sitzen. Traumhaft! Da wurde bei Einlass bei uns übrigens zum ersten Mal Fieber gemessen. Sonst haben wir das nur bei Spaniern und Engländern beobachtet.


Fazit:
Sehenswert und wunderschön! Genug Zeit einplanen, um alles erkunden zu können. Auch hier heute relativ wenig Leute unterwegs und überall genug Platz zum Abstand halten.

Montag, 3. August 2020

Ebro-Delta ... Natur pur und nix zu Essen

Den heutigen Tag verbrachten wir im Ebro-Delta, also dem Gebiet wo der zweitgrösste spanische Fluss nach über 900 km ins Meer fliesst.

Unsere Tour begann mit dem Besuch des Informationszentrums und Freilichtmuseums. Parken hier kostenfrei. Eintritt 8 Euro pro Erw. und 4 Euro pro Kind. Der Rundgang führte über alte Salzseen, Aussichtsterrasse, Vogelbeobachtungsstation, alte Boote bis zu verschiedenen Fischernetzen. Es gab die Infos für uns nur in englisch. Auch war man etwas erstaunt dass wir Deutschen uns dahin verirrt haben. Wir wurden gleich auch gefragt, wie wir drauf aufmerksam geworden sind.

Ich mach mir hier an der Südküste mittlerweile meinen Spass draus, raten zu lassen woher wir kämen. Zuerst werden wir in spanisch angesprochen, dann versucht man es in englisch. Wenn man dann zu verstehen gibt, dass das zwar ok aber nicht unsere Sprache ist, wird meist gefragt, woher wir denn sind. Und wenn man dann Germany sagt, geben die Spanier auf und schauen erstaunt... die können hier meist nicht ein Wort deutsch.

Nach dem Freilichtmuseum fuhren wir richtung Süden zur Playa del Trabucador - einem ganz schmalen Landstreifen.

Hier wanderten wir im Sand und flachen Wasser. Mit dem Auto ist ab einem gewissen Punkt Schluss. Nur noch die Lkw dürfen die Sandstrasse Richtung Saline befahren.


Weiter ging es dann Richtung der Stelle wo der Ebro ins Meer gelangt. Unterwegs noch ein Stopp bei den Flamingos.


Dann fanden wir einen Hafen, von dem aus man mit einem Schiff bis zum Meer fahren kann. Also Auto geparkt und ab aufs Schiff.

Ganz vorn an Spitze wo der Ebro das Meer erreicht gab es unzählige Vögel.

Die Fahrt dauerte 45 Minuten und kostete für uns alle ca. 26 Euro. Sämtliche Ansagen übrigens nur in spanisch... wird Zeit dass der Zwerg da am Gymnasium was lernt... wir könnens nämlich nicht über das Nötigste hinaus. 

Parken am Hafen war kostenfrei. Von 3 Restaurants war nur eins offen und zu gut besucht. Zur Freude des Zwergs bestand das so schon späte Mittagessen gegen 15.30 Uhr dann eben aus Eis, Chips und Fanta... mehr war da nicht zu finden.

Es waren übrigens einige Touristen unterwegs. Sicher nicht so viele wie in einer normalen Saison, aber doch schon einige. Überwiegend Spanier - könnte dran liegen dass die jetzt auch Ferien haben und dieses Jahr Urlaub im eigenen Land machen. Eine deutsche Familie haben wir heut auch mal getroffen.

Gekauft haben wir unterwegs Wein aus dem Gebiet der Terra Alta (etwas nördlich von hier) und Reis, welcher im Ebro-Delta auf riesigen Flächen angebaut wird.

So konnten wir unser Abendessen mit Reis aus dem Ebro-Delta dann mit Blick auf dieses geniessen... auch mal was Besonderes.

Fazit:
Unbedingt das Ebro-Delta besuchen und nen ganzen Tag Zeit nehmen. Wunderschöne Strände, viel interessante Natur, jede Menge Vögel... vor allem die Flamingos sieht man ja nicht alle Tage. Hygienisch auch wieder alles sehr gut organisiert... Überall Handdesinfektion, Abstandsmarkierungen, Wegführungen. Einige Menschen ohne Maske gabs, aber wenige.



Sonntag, 2. August 2020

Albir und App. Albir Confort Avenida Golf ***+ - Ruhe und Luxus

Nur ca. 8 km von der Touristenhochburg Benidorm auf der anderen Seite des Maturschutzgebietes Serra Gelada liegt der Ort Albir. Hier geht es relativ ruhig zu, denn es gibt keine Bettenburgen.

Der Strand ist kiesig, das Meer klar. Der Ort hat eine sehr schöne Strandpromenade welche bis zum Nachbarort Altea führt. Sowohl an der Promenade als auch im Ort gibt es zahlreiche Bars, Restaurants und Geschäfte. Auch Bäcker sind vorhanden.


Nachdem unsere letzten Stationen stets Hotels mit Verpflegungsleistungen waren, hatten wir hier für 5 Nächte ein Apartment mit Selbstversorgung. Das Apartment von Albir Confort Avenida Golf ***+ ließ dabei keine Wünsche offen: ca. 50 qm gross, Bad mit Whirlwanne und Dusche, voll ausgestattete Küche incl. Nespressomaschine, sehr gute und ruhige Klimaanlage, Waschmaschine, WLAN, großer Balkon, Pool, Pooltücher und Bademäntel, fußläufig zum Strand und eine Tiefgarage auch für große Autos. Ne Flasche Sekt, Wasser, Tee, Kaffeekapseln und Kekse standen zur Begrüßung bereit... man konnte vorm ersten Einkauf erstmal ankommen.


Der Komplex besteht aus 2 Häusern, dazwischen der Pool und auf den Dächern jeweils noch eine Sonnenterrasse mit Liegen, Esstisch und Dusche. Insgesamt gibt es ca. 30 Apartments. Zu Beginn unseres Aufenthaltes waren 4 belegt, dann nur noch 2 (incl. uns). Auch dieses Haus ist eben mit dem derzeitigen Mangel an Touristen mitten in der Hauptsaison konfrontiert. Vorteil für uns: Ruhe und alleinige Nutzung des Pools.


Hygiene
An der Rezeption beim Checkin merkten wir bereits, dass man das Thema sehr ernst nimmt. Sämtliches wurde desinfiziert: Kugelschreiber, unsere Ausweise und Kreditkarte. Krass... aber gut! Auch unser Apartment war versiegelt, damit war sichtbar dass auch hier alles clean gemacht wurde. Auch liegt ein Hygienezertifikat aus.


Im Ort selbst wurde jeden Morgen die Promenade gereinigt und Flächen wo Menschen sich aufhalten oder sitzen wurden desinfiziert.

Fazit:
Als Urlaubsort ist Albir sehr zu empfehlen. Gute Infrastruktur, ruhiges Ambiente und sehr gepflegt. Mit dem Apartment hatten wir auch einen guten Griff - alles da was man braucht, gemütlich, sauber, groß und vor allem ruhig und wenig Menschen da. Zu Zeiten von Corona bislang das Beste auf unserer Tour um Abstand zu halten, aufs nichts verzichten zu müssen und sich wohlzufühlen.

Samstag, 1. August 2020

Guadelest - interessanter Ort mit schöner An- und Aussicht

Das Örtchen Guadalest ca. 20 km nördlich von Albir in den Bergen gelegen bietet reichlich Touristisches: Museen, ein Schloss, Aussicht auf den unterm Ort liegenden Stausee, Gassen zum schlendern, viele Läden mit schönem Kunsthandwerk, Restaurants und Cafes. Alles da, was das Touristenherz begehrt, welches für Geschichte, Landschaft und Genuss schlägt.


Nur fehlten auch hier die Touristen. Ok, ein paar waren diesmal da, aber dennoch erschien alles überdimensioniert für die paar Leute.


Wir haben das Museum und das Schloss besucht. Beides sehr interessant. Es gibt auch noch ein Miniatur-Museum im Ort, welches sicher auch interessant ist... aber eins am Tag reicht uns ;-)


Es gibt einen grossen zentralen Parkplatz, der bei unserem Besuch kostenfrei war. Der Eintritt fürs Schloss war 10 Euro für die 3köpfige Familie.

Mir dem Auto sind wir noch runter zum Stausee gefahren. Auch schön da unten!

Fazit:
Schöner Halbtagesausflug mit Geschichte und Ausblick.

Freitag, 31. Juli 2020

SPAHNisches Roulette - formelle Reisewarnung mitten in der Ferienzeit

Wer meinen Blog regelmäßig liest, weiss dass wir seit 19.7. an der spanischen Südküste unterwegs sind. Herr Spahn hats möglich gemacht mit Verhandlungen in der EU und Öffnung der Grenzen. Was er damit für Tausende Touristen unmöglich machte: eine kostenfreie Stornierung von Reisen.

Dass die Coronazahlen nun mitten in den Ferien steigen hatte keiner auf dem Schirm. Hotspots gab es und wird es immer wieder geben. Nur der Umgang damit ist höchst unterschiedlich. Und da liegt das Problem. 

Über 1500 Infizierte Ende Juni in NRW im Zusammenhang mit einem Ausbruch in einem Betrieb. Die Leute aus dem Landkreis werden in vielen deutschen Bundesländern als Touristen abgewiesen. Sie können aber problemlos in den Flieger steigen und z. B. nach Spanien fliegen.

Spanien Ende Juli: die Corona-Fälle steigen. Gründe sind Ähnliche wie in Deutschland - dort steigen die Zahlen auch wieder grad an, aber nicht so stark wie in Spanien. Deutschland gibt eine Empfehlung ab, in 3 Regionen (Aragon, Navarra, Katalonien) nicht zu reisen. Daraus wird am 31.7. eine formelle Reisewarnung auf Grundlage der Empfehlung des RKI.

Und plötzlich befinden sich tausende deutsche Touristen im Risikogebiet, ohne überhaupt in einer der wirklich stark betroffenen Gemeinden zu sein. Und ohne in ein Risikogebiet gereist zu sein.

Hier wird mit zweierlei Maß gemessen und ganze Regionen pauschal als Risikogebiet eingestuft. Katalonien z. B. ist flächenmäßig so gross wie NRW. Und selbst die spanische Regierung und die katalonische Verwaltung differenzieren bei den Beschränkungen nach Gemeinden. Die kennen sich eben gut aus.

Man hätte hier auch in Deutschland mit mehr Augenmaß entscheiden sollen. Der Tourismus in Spanien und die daran beteiligten deutschen Unternehmen haben so schon zu kämpfen, der deutsche Staat viel Geld zugeschossen, welches er grad wieder vernichtet. Es scheint, dass Deutschland immer noch keine klare Linie gehen kann und die Angst das Hirn beschränkt.

Nun werden auch wir im August aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreisen. Auch wenn unser nächster Stopp nur 14 km nach der Valencianischen Grenze in Katalonien liegt und wenige Fallzahlen aufweist... Deutschland hat Risikogebiet angeordnet. Und dabei gibt es in Regionen in Bayern z. B. grad mehr Fälle als an unserer nächsten Station.

Nun hab ich tatsächlich kurz überlegt, die nächsten beiden Stationen in Katalonien zu ändern. Würde aber an unserer Situation nix ändern. Schon die Tatsache, dass wir ab Barcelona zurückfliegen, bringt mit sich dass wir aus einem Risikogebiet einreisen. Wir können auch den Flug nicht umbuchen, da wir schlicht den Mietwagen in Barcelona zurückgeben müssen.

Also: ziehen wir unsere Route durch und freuen uns auf ein leeres Katalonien.

Und der ganze SPAHNsinn der Bundesregierung bringt noch einen Vorteil: wir bekommen unsere Test kostenfrei! Den Zwerg hätten wir vermutlich eh testen lassen, da er nach unserer Reise noch 2x mit den Grosseltern in Deutschland und Norwegen unterwegs sein wird. Da wäre uns eh wichtig gewesen, dass es keinen Stress wegen der Spanientour gibt.

Fazit: Wir genießen unseren Urlaub im touristenarmen Spanien, freuen uns über die besseren Hygienestandards hier, geben auf uns Acht und bekommen jetzt sogar Corona-Tests bei Einreise von Spanien nach SPAHNien. Also alles Prima! 😂






Donnerstag, 30. Juli 2020

Bateria de Castillitos - spanische Militärgeschichte erkunden

Diese aufgegebene Artilleriebatterie wurde 1933-1936 errichtet. Seit über 10 Jahren kann man sie besuchen.


Die Anlage befindet sich oben auf einer Landzunge ca. 30 km westlich von Cartagena: GoogleMaps . Die letzten rund 10 km der Anfahrt sind etwas abenteuerlich. Schmale, schlechte und kurvige Strassen.

Aber wenn man dann nach kurzem Fussmarsch vom Parkplatz endlich da ist, so gibt es neben fantastischen Ausblicken jede Menge zu erkunden.


Die englischen Kanonen mit 35 km Reichweite sind schon gigantisch anzusehen. Der Anblick der Batterie erinnert eher an eine Burg - man hat beim Bau schon irgendwie auch aufs Aussehen und Ambiente geachtet. 

Die Gebäude und Türme sind fast alle frei zugänglich. Zur Erkundung Taschenlampe oder Handy mitnehmen. Einige Gänge sind stockdunkel! Vorsicht wo man hintritt - an manchen Stellen Glasscherben und Treppen nach unten scheinen im Wasser zu enden (Keller wohl vollgelaufen).

Fazit: 
Dieser Ort ist auf jeden Fall einen Besuch wert und auch der 10jährige war total begeistert.

Menschen begegneten uns erst beim Rückweg, so dass wir die Anlage bei der Besichtigung für uns hatten. Coronatauglicher Ausflug!

Reiserückkehrer - Ursprung neuen Übels? Eben nicht!

Die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland steigt - seit einigen Tagen - genau wie in anderen Ländern der EU auch. Doch nun passiert in ...